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Zehn Tipps, warum Sie den Botanischen Garten im Herbst besuchen sollten

1. Herbst bedeutet nicht unbedingt Herbst

Da wir uns in einem Botanischen Garten befinden, muss Herbst nicht unbedingt nur Herbst bedeuten. Wir kultivieren nämlich auch Pflanzen von der Südhalbkugel, und für einige von ihnen beginnt gerade der Frühling. Sie erwachen zum Leben und werden uns während der Wintermonate große Freude bereiten, wenn ihre wunderschönen Blüten erscheinen. Gemeint sind beispielsweise südafrikanische oder südamerikanische Zwiebelpflanzen, die während unseres Sommers in ihrer unterirdischen Zwiebel oder Knolle ruhen und ihr Wachstum erst unter geeigneten Bedingungen beginnen.

2. Herbstblüten

Auf keinen Fall sollten Sie die in voller Blüte stehenden Astern verpassen (die heute unter dem wissenschaftlichen Namen Symphyotrichum geführt werden). Ihre Blütenstände zeichnen sich durch eine gelbe Mitte aus, während die randständigen Zungenblüten von reinem Weiß über Rosa bis hin zu Violett reichen können. In der mexikanischen Freilandausstellung können Sie noch immer mexikanische Dahlien mit gelben, rosa oder roten Blütenständen bewundern. Ein Symbol des Herbstes sind sicherlich auch die Herbstzeitlosen, giftige Schönheiten mit großen Blüten, bei denen man Berührungen vermeiden sollte. Wussten Sie, dass Herbstzeitlosen nach der Bestäubung Samen bilden, die sich in der Nähe der unterirdischen Zwiebel befinden und erst im Frühjahr gemeinsam mit den Blättern erscheinen? Deshalb wurden sie im Mittelalter filius ante patrem (Sohn vor dem Vater) genannt.

3. Der Herbst trägt seine Früchte

Der Oktober steht im Botanischen Garten ganz im Zeichen der unterschiedlich gefärbten Früchte, die Vögel zum Fressen anlocken. Im Steingarten entlang des Gewächshauses wächst ein kleiner Baum mit überhängenden Zweigen – ein Apfelbaum der Sorte ‚Royal Beauty‘, dessen Äpfelchen nicht größer als Kirschen sind. Solche kleinen Äpfel trägt auch ein alter Apfelbaum im ostasiatischen Hain. Sie erkennen ihn an seinem knorrigen Stamm und den bereits erwähnten roten Mini-Äpfeln.

4. Farbenprächtige Laubbäume

Nach und nach beginnen auch die Bäume ihre Herbstfärbung zu entwickeln, und das ist ein beeindruckendes Schauspiel. In einem kräftigen Gelb färbt sich der Amur-Korkbaum, der früher häufig zur Korkgewinnung genutzt wurde. Die gleiche Farbe nehmen auch der Tulpenbaum und der Ginkgo an. Zu den ersten Bäumen, die sich verfärben, gesellen sich nach und nach weitere – beispielsweise unsere Rotbuche. In unserem kleinen Arboretum haben wir mehrere Sorten, deren Laub von goldgelb bis braun gefärbt ist. Vielleicht gelingt es uns gerade hier im Botanischen Garten, Ihnen zu zeigen, dass der Herbst nicht nur grau und neblig ist, sondern seinen ganz eigenen farbenfrohen Zauber besitzt.

5. Nadelbäume, die ihre Nadeln verlieren

Es sind jedoch nicht nur Laubbäume, die sich schön verfärben. Erinnern Sie sich an die Kategorie „laubabwerfende Nadelbäume“? Der erste Vertreter, der Ihnen wahrscheinlich einfällt, ist die Lärche, ein typischer Baum der lichten Taiga Nordeuropas. Im Botanischen Garten können Sie Ihren Horizont jedoch um weitere Vertreter erweitern. Rostbraun gefärbte Nadeln können Sie am Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) beobachten, der erst in den 1940er Jahren in China entdeckt wurde. Im Winter wirft er ganze Zweiglein ab. Ebenso verhält sich die Sumpfzypresse (Taxodium distichum), eine feuchtigkeitsliebende Pflanze aus den Vereinigten Staaten von Amerika.

6. Kommen Sie und schmücken Sie Ihr Zuhause

Im Herbst veranstalten wir regelmäßig Kreativtage, bei denen Sie Zierkohl dekorieren können, dessen Farben besonders bei kühlerem Herbstwetter zur Geltung kommen. Der Herbst muss nicht nur düster sein – schmücken Sie Ihren Balkon oder Ihr Zuhause mit Unterstützung des Botanischen Gartens. Lassen Sie sich inspirieren – wie wäre es, geerntete und nicht verwendete Chilischoten als originelle Dekoration zu nutzen? Auch Weihnachten haben wir nicht vergessen. Die Adventszeit beginnt Ende November, und dieser Monat gehört noch zum Herbst. Gerne helfen wir Ihnen auch bei dieser Dekoration.

7. Früchte auch im Gewächshaus

Jedes Jahr im November können Sie im Xerophyten-Gewächshaus fruchttragende Dovyalis-Pflanzen sehen. Zu dieser Gattung gehören 15 Arten, die in Afrika und Südasien verbreitet sind. Sie wird auch „tropische Aprikose“ (tropical apricot) genannt. Die Früchte sind essbar, innen sehr saftig und angenehm säuerlich. Eine Kreuzung zwischen zwei Arten wurde 1953 in Florida gezüchtet und wird seitdem für die Obstproduktion angebaut. Ein einzelner Baum kann bis zu 45 Kilogramm Früchte pro Jahr liefern. Sein hartes Holz wird außerdem zur Herstellung von Werkzeuggriffen, Bettgestellen und Löffeln verwendet.

8. Ein blühendes Tropengewächshaus

Die zwölfstündige Photoperiode zu Beginn des Herbstes erinnert viele tropische Pflanzen an ihre Heimat, wo Tag und Nacht gleich lang sind. Der Herbst, wenn die größte Sommerhitze vorbei ist, ist daher die beste Zeit für einen Besuch des Tropengewächshauses, in dem es überall üppig blüht. Am Ufer des Teiches im Tropengewächshaus können Sie einer Pflanze mit großen weißen Blüten begegnen. Es handelt sich um Eucharis × grandiflora, die aus dem westlichen Kolumbien und Ecuador stammt. Das Wort Eucharis kommt aus dem Griechischen und bedeutet „anmutig“ oder „charmant“. Davon leitet sich der tschechische Name líbenka ab; gelegentlich begegnet man auch der Bezeichnung eucharidka.

9. Kommen Sie und genießen Sie die letzten Sonnenstrahlen

Die letzten wärmenden Sonnenstrahlen laden dazu ein, sie zu genießen – vielleicht auf einer Bank im Botanischen Garten. Bunte Blätter, die letzten Blüten der Saison und die Möglichkeit, sich im Tropengewächshaus aufzuwärmen – ist das nicht die ideale Kombination?

10. Durch das Gewächshaus nach Einbruch der Dunkelheit

Nutzen Sie die angebotenen Führungen durch das Tropicana-Gewächshaus kurz nach Einbruch der Dunkelheit oder im Dezember nach 16 Uhr. Sie erhalten die Gelegenheit, die Atmosphäre eines dämmrigen Regenwaldes zu genießen. Dann sind vielleicht schon die kleinen Gewächshausfrösche (Eleutherodactylus planirostris) zu hören. Diese Frösche erreichen eine maximale Größe von nur 3 Zentimetern. Interessanterweise schlüpfen aus den Eiern direkt kleine Frösche, sodass das Kaulquappenstadium vollständig übersprungen wird.

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