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Ausstellung Platz

Die einzelnen Sektionen und Ausstellungsflächen des Botanischen Gartens

AUSSTELLUNGSGEWÄCHSHÄUSER



Die neuen Ausstellungsgewächshäuser haben eine Gesamtfläche von etwa 2400 m2, die Ausmaße bertragen in der Länge 54 m und in der Breite 39 m, die bepflanzte Fläche hat über 2100 m2. Die restliche Fläche wird von der Eingangshalle, den sozialen Einrichtungen eingenommen, dazu gehören auch die den Besuchern unzugänglichen technischen Räume für automatische Anlagen und Manipulationseinrichtungen.

Über dem Eingang ins Gewächshaus sehen wir eine Steinplastik des Maisgottes der Maya Yum Kaax (ausgesprochen jum kaasch): aus dem reichen Pantheon der mittelamerikanischen Gottheiten wählten wir den Gott der Züchter aus, der in seiner Hand ein junges Pflänzchen behütet.

36.jpg Yum Kaax (Lord of the woods in Yukatec) - patron of our glasshouses.

EINGANGSHALLE


Die geräumige Eingangshalle ist vor allem ein Mehrzweckraum sloužící jako přirozený shromažďovací prostor, denn hier ist die Garderobe, zudem sind hier auch die Monitoren des Kamerasystems platziert, die das Gewächshaus überwachen. Für den Besucher sollte dieser Raum aber etwas wie einen „Schnitt“ von der europäischen Realität vorstellen, und deshalb stilisierten wir ihn frei als Hof einer südostasiatischen Pagode. Hauptobjekt ist ein kleines Bassin mit „Buddhas Fingern“, wunderschönen Tropfsteinen, aus der vietnamesischen Stadt Vinh. Original sind auch die Schalen mit begleitendem Grün. Eine der Wände ist von einer Keramikplastik des bekannten Bildhauers aus Teplice Milan Žofka bedeckt: das Thema „Drachen in Gewitterwolken“ ist eine Inspiration nach Motiven auf den Kaisergräbern in Hué. Die weiteren Wände schmücken Bilder, deren Autor ein weiterer Künstler aus Teplice, Petr Reimann ist: das erste stellt den tibetanischen Gott des Überflusses und Erfolgs dar, aus dem zweiten, der gewölbten Linse des „Firmaments“, schaut auf den Besucher - ähnlich wir im Tempel in Tay Ninh – das gütige Auge Buddhas.

37.jpg Keramikplastik von M.Žofka

XERISCHES GEWÄCHSHAUS


(Länge 39 m, Breite 18 m, also eine Fläche von 702 m², Höhe mindestens 6,5 m, höchstens 7,4 m – mit Rücksicht auf das Einlassen des Gewächshauses unter die Bodenoberfläche muss man jedoch – wie bei den anderen Gewächshäusern auch – zur Gesamthöhe noch einen Meter hinzurechnen)


Weite Teile der Erde werden von Pflanzengesellschaften bedeckt, die sich langen Trockenperioden angepasst haben. Davon wählten wir einige besonders attraktive aus: vor allem solche der mexikanischen Halbwüsten Mittelamerikas, der trockenen Berggebiete Südamerikas, des westlichen Raums Südafrikas und des ausgedörrten Südens Madagaskars. Diese Hauptflächen werden von einigen kleineren ergänzt – Beispiele der Flora der Galapagos-Inseln, Arabiens und der seltenen Vegetation der Insel Sokotra, die im Arabischen Meer zwischen Jemen und Somalia liegt. Ein auffallendes Artefakt ist in diesem Gewächshaus ein mexikanisches Pueblo.

In vielen botanischen Gärten setzt man bei ähnlichen Expositionen auf Kakteensammlungen. Wir haben diese schönen Pflanzen keineswegs ausgesondert, wir bemühten uns aber – wie in allen Gewächshäusern – um eine komplexere Sicht, wie eine Art künstlerischer Verdichtung natürlicher Realität, in der eine ebenso wichtige Rolle auch Bäume, Büsche, Zwiebelgewächse und Sommerblumen spielen.

38.jpg Beginn der Bepflanzung im xerischen Gewächshaus, November 2006

TROPENHAUS


(Länge 36 m, Breite 30 m, also eine Fläche von 1080 m², Höhe am niedrigsten Punkt 6,5 m, am höchsten 14,2 m /+ 1 Meter wegen dem Einlassen unter die Erdoberfläche/)


Der tropische Regenwald und die heißen, ganzjährig feuchten Monsungegenden werden von den reichsten Pflanzenbiotopen unseres Planeten bedeckt. Die Exposition ist (wie überall) phytogeographisch getrennt und enthält die Flora Mittel- und Südamerikas, Äquatorial-Afrikas und Nordmadagaskars, Südostasiens, Australiens und der anliegenden Inselgruppen Australasiens und schließlich der Inseln des Stillen Ozeans im weiten Sinne des Wortes – also von Hawaii bis nach Tahiti. Im letztgenannten Bereich kommen sowohl die ursprünglichen hawaiischen Hibiskus-Arten als auch deren modernen großblütigen, aus Florida eingeführten Kulturen zur Geltung. Im asiatischen Teil wurde ein von M. Žofka geschaffener Wasserfall als Komposition eingefügt, die mittelamerikanische Exposition wird durch eine „vom Urwald verschlungene Ruine einer mexikanischen Pyramide“ aufgelockert und in ihrer Nachbarschaft finden wir einen „Brunnen“ mit Wasserschildkröten, wunderschönen Trachemys scripta elegans. Im Gewächshaus ist auch eine Orchideen-Vitrine, gefüllt mit besonders seltenen und attraktiven Pflanzen auch anderer Familien und schließlich sechs großräumige Aquarien. Davon ist eines den afrikanischen Buntbarschen gewidmet, zwei weitere sind asiatisch (das eine stellt das Meeresufer mit Mangroven dar, besiedelt von Schlammspringern (Periophthalmus sp.), im zweiten überwiegen Labyrinthfische, und die letzten drei sind amerikanisch (ein holländisches mit Echten Salmlern (Characidae), „Schwarzes Amazonien“ mit Skalaren und das letzte, wo auch Arowanas aus Amazonien und Süßwasserrochen dominieren.

39.jpg Bau des Teiches im Tropenhaus (Foto Š.Zeithammerová)

EIN BEET FÜR KREUZWORTRÄTSELFREUNDE


Interessant ist das sog. „Kreuzworträtsel-Beet“, wo Sie wirklich Pflanzen finden, deren Bezeichnung Sie nur aus Rätseln kennen, worunter Sie sich aber bisher nichts Konkretes vorstellen konnten – Kola, Koka, Abaka, Balsa, Anona ... Ergänzt werden diese auch von Nutzpflanzen und bedeutenden pharmazeutischen Pflanzen. Als Unterwuchs haben wir auch Neuzüchtungen verwendet. Eine kommt sogar aus der „Heimwerkstatt“ des Botanischen Gartens Teplice und betrifft Pflanzen aus der Gattung der Gesneriaceae – Gesneriengewächse, vor allem der Species Kohleria und Archimenes (siehe auch Kapitel „Forschung, Taxonomie, eigene Kreuzungen“), eine andere aus dem Silva Tarouca Forschungsinstitut für Landschaftsgestaltung und Ziergärtnerei in Průhonice, das dem Besucher den neuesten Hybriden des beliebten Edellieschen (Impatiens) vorstellt.

40.jpg Balsa

SUBTROPENHAUS


(Länge 54 m, Breite 9 m, Gesamtfläche also 486 m², Höhe 6,5 m /+ 1 Meter wegen dem Einlassen unter die Erdoberfläche/)

Die Anden von Mexiko bis Patagonien, Himalaja und die Subtropen Südostasiens, Australiens, Neuseelands, Berge und Ostteil von Südafrika mit winterlichem Regen – das alles bemühen wir uns Ihnen im Subtropenhaus vorzustellen. Noch dazu, gleich beim Eingang, begrüßt den Besucher eine kleine Exposition, die man als „Entstehung der Braunkohle“ bezeichnen könnte und die aus einigen selbständigen Reihen besteht.

41.jpg Subtropenhaus vor der Vollendung

BRAUNKOHLENENTSTEHUNG


Das Leben der hiesigen Bewohner wird schon seit langem dadurch beeinflusst, dass die Stadt Teplice im Nordböhmischen Kohlenrevier liegt. Man kann also annehmen, dass die Bewohner über die Geschichte ihrer Gegend wenigstens im großen Rahmen Bescheid wissen. Leider ist es aber nicht an dem. Im Botanischen Garten führten wir eine Miniumfrage durch, und 33 hiesigen Hochschulabsolventen (!) legten wir die Frage vor „Woraus entstand eigentlich die Braunkohle und aus welcher Zeit stammt sie?“. Nur zwei von ihnen wussten in etwa Bescheid, die übrigen erinnerten sich, in der Schule „etwas über Bärlapp und Schachtelhalme“ gehört zu haben – nur dass es sich hierbei um Steinkohle handelt und sie um etwa 300 Millionen Jahre „daneben trafen“…

42.jpg Bis zu 70 % der Kohle im Tagebau Bílina stammt aus Nadelhölzern der Gattung Glyptostrobus

Das hat uns dazu motiviert, in den neuen Gewächshäusern auch einen Teil ähnlich der nordböhmischen Landschaft des frühen Miocän zu schaffen (also der Zeit vor etwa 17 – 23 Millionen Jahren). Diese nicht allzu große Ausstellung nimmt im Subtropenhaus nur ein paar Meter ein, reicht aber zur grundlegenden Information. Hierfür mussten wir allerdings Ersatzmaterial wählen, weil die Pflanzen, die vor diesen etwa 20 Millionen Jahren in Nordböhmen wuchsen, nicht mehr existieren. Dort, wo es möglich ist, haben wir wenigstens die gleichen Gattungen gewählt. „Landschaftlich“ dominiert deshalb die Wasserfichte Glyptostrobus pensilis (heute ist nur noch eine einzige Art in Südchina erhalten) und die Zypresse (verwendet wurde die Mexikanische Sumpfzypresse Taxodium mucronatum). Die urzeitlichen Eichen wurden durch nordamerikanische kleine Arten, besonders Quercus phyllireoides ersetzt, anstelle der bereits nicht mehr existierenden Zelkova zelkovifolia verwendeten wird die kümmerliche Kultivierung Zelkova serrata ´Goblin´(Japanische Ulme). Ein ähnlich zierliches Kulturprodukt wurde bei den heute nur noch in Japan wachsenden Urnadelgehölzen, Sciadopitys verticillata (Schirmtanne) gewählt, die wir aus unseren Braunkohlenschichten nur in Form von Pollen finden, die aber im nahen Sachsen gewaltige Kohleschichten bildeten. Weiden wachsen zwar auch heute noch genug bei uns, sie würden aber nicht mehr das Treibhausklima aushalten – und so wählten wir ebenfalls die japanische Salix bakko; an die in der Umgebung von Teplice schon ausgestorbenen Arten der Wachsbeere erinnert die nordamerikanische Myrica pennsylvanica (Pennsylvanischer Gagelstrauch). Die Exposition ergänzen der allgemein bekannte Cissus (Klimme) und die Waldbeere (Rubus), die Palmen vertreten die Gattungen Sabal und Calamus (Rattanpalme) und die Rippenfarne Blechnum. Die fossilen Ingwergewächse der Gattung Spirematospermum wurden durch Alpinia chinensis aus den südostasiatischen Bergen ersetzt.

Die gesamte Exposition vervollständigt eine Informationsvitrine, die in Zusammenarbeit mit Geologen der Kohlengruben Bílina vorbereitet und mit Mustern fossiler Blätter und dem versteinerten Stamm einer Sumpfzypresse ergänzt wurde, unserem Garten von Mag. Pavel Rückl gewidmet, der vor allem die Sandgrube in Údlice paläobotanisch aufarbeitete.

Die subtropische Exposition wird durch eine Vitrine mit relativ kälteliebenden fleischfressenden Pflanzen und Orchideen und durch einen Patio bereichert, der von einer Säule gebildet wird, an der Wasser an einer Sternblumenpergola herabfließt. Direkt dort wächst eine der wertvollsten Pflanzen unseres Gartens, ein sicher hundertjähriges Exemplar des südafrikanischen Nadelgehölzes Podocarpus gracilior (zu den Steineibengewächsen gehörend). Wir möchten auch noch auf eine kleine Sammlung botanischer Rhododendren aus der Untergattung Vireya hinweisen (gegenüber der Vitrine im asiatischen Teil), die zwischen Australien und Kontinentalasien wächst, am zahlreichsten aber auf Neuguinea und Borneo anzutreffen ist. Links an der Böschung dann folgen die ursprünglich subtropischen Rhododendren aus Südchina.

 

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